(pee);„Chappeau bas!“…bedeutet:“Ich ziehe meinen Hut!“So bringen Kenner ihre unumwundene  Anerkennung zum Ausdruck, Sie zollen ein Lob, das kaum die passenden Worte findet und sich nur noch in der ehrerbietenden Geste äußert! Einer der angesehensten Preise in der süddeutschen Theaterlandschaft leitet seinen Namen davon ab:“Schappo“!  Mit der bemerkenswerten Bearbeitung eines Klassikers des absurden Theaters  beteiligte sich ein Bergsträßer Team an dem von Amateurtheaterverbänden ausgeschriebenen Wettbewerb. An den Start ging das Ensemble um Maja Borko  (Gabi Ruth Dierig, Petra Emmerich, Jürgen Koralewski, Axel Krause, Andrea Lorenz, Gabrielle Poitevin, Brunhild Redemann-Fibi) mit der jüngsten Eigenproduktion des Theatervereins „Theater mobile“ Zwingenberg. Einen Klassiker des absurden Theaters hatte man sich zur Bearbeitung ausgewählt. Mit einer ebenso eigenwilligen wie durchdachten  Präsentation von Arrabals „Picknick im Felde“ gelang es, die schonungslosen Preisrichter zu überzeugen. Zunächst würdigt der Preis das überdurchschnittlich ambitionierte ehrenamtliche Engagement. Amateurtheater bedeutet Liebhaber- und Herzbluttheater! Die eigene Spielfreude als gesellschaftlicher Beitrag zur Kultur verdient ins Rampenlicht der öffentlichen Wahrnehmung gerückt zu werden!

Es ist nicht nur das von der Kulturstiftung der Sparkasse bereit gestellte Prämiengeld, das diese im Zweijahrestakt vergebene Auszeichnung so attraktiv und begehrt bei nicht-professionellen Theatergruppen macht. Der Reiz und die Herausforderung der Wettbewerbsteilnahme bestehen in der Chance,  die eigene Arbeit auf einen fachkundigen Prüfstand zu heben.  Die vielköpfige Jury wirft aus unterschiedlichsten Perspektiven Amateurverbände, Theaterdozenten, Pädagogen)  fundierte kritische Blicke auf jede Inszenierung. Dadurch werden Arbeiten aus unterschiedlichsten Genres des Sprechtheaters vergleichbar, vom Mundartstück über Klassiker, zeitgenössische Werke und Bearbeitungen  bis hin zu Selbstgeschriebenem. Entsprechend groß ist die Zahl der Bewerber um die angesehene Trophäe, die sich in diesem Jahr auf ein Dutzend Siegerkür- Kandidaten reduzierte. Die Spiel-Qualität und Sensibilität der Darsteller markiert dabei einen weiteren gewichtigen Wertungsfaktor. Die Harmonie im Zusammenwirken aller Regie-Reigister spielt die vornehmliche Rolle: Eine Inszenierung muss rund sein! Selbst Details in Bühnenbild, Kostümen und Figurenzeichnung unterstützen den gesamten dramaturgischen Ideenbogen. Im Mittelpunkt steht dessen originelle und im Bühnengeschehen klar erkennbare  Umsetzung, der Transport von inhaltlichen Interpretationen und Botschaften durch die Regiearbeit..

Wer ´s beim „Schappo“ schafft, hat verschiedene Dinge richtig gemacht und befindet sich auf einem künstlerischen Weg, zu dessen Fortsetzung der „Schappo“ ermuntert. Mit der kleinen Finanzspritze von 2000 Euro möchte er sie fördern. Wer sich im Wettbewerb durchsetzt,  hat die zu einigem Stolz berechtigende Quittung in der Tasche, dass man in der „Champions -Liga“ spielt…!

Humor, bei dem einem das schallende Lachen doch in der Kehle steckenbleiben muss; mit einem geradezu philosophischen Esprit erweitert die Bearbeitung das Anitikriegsstück auf die gesamte menschliche Situation:  Als „Strippenzieher“ des  Spiels mit der Beliebigkeit  der menschlichen Situation in der „commedie humaine“ komponierte man die pantomimische Figur des Harlekin zum vorgesehenen Personal.  Den weitsichtigen Bedeutungszusammenhang bedienen weitere gestalterische Mittel wie Tanz und literarische Zitate. „Die Harmonie in der Gruppe hat uns alle immer wieder zu Ideen inspiriert, so dass wir den Gewinn des „Schappo“ als wunderbare Auszeichnung der Gemeinschaftsarbeit empfinden, bei der wir alle ganz intensiv gespürt haben, wie viel uns persönlich die Bühnenkreativität bedeutet“, betonte Maja Borko in ihrer Dankesrede bei der Entgegennahme der kleinen in Kristall gravierten Zylinder ziehenden Figur. Der „Schappo“ als ´Preis der Metropolregion“ steht für Länder übergreifende Kulturaktivität von Baden Württemberg, Hessen und Rheinland Pfalz Einen illustren Rahmen schufen die Organisatoren der Verleihungszeremonie in Maxdorf bei Ludwigshafen mit einem Gala Abend: Prominente Laudatoren (eine Berliner Schauspielprofessorin, den Vorsitzenden des pfälzischen Amateurtheaterverbandes Paul Platz sowie ein Vertreter des Landkreises beleuchten abermals die „herausragende Qualität der Inszenierung“, durch Terminüberschneidungen waren der Bergsträßer Landrat sowie Zwingenbergs Bürgermeister daran gehindert, der Einladung nachzukommen.  Als musikalische Umrahmung faszinierte mit furiosen Flamencogitarrenrhythmen das virtuose Duo „Cafe del mundo“. Erfrischend freche Comedy und spielerisch stimmgewaltigen Gesang trug Anne Krämer zum Vergnügen des Publikums bei. „Eins schönere Krönung als glanzvollen Abschluss dieser Produktion hätten wir uns nicht wünschen können“ da ist sich das Ensemble einig.