Bidla Buh – Sekt, Frack und Rock´n Roll

„Sekt, Frack und Rock’n Roll“.

Der Name ist Programm. Die drei hanseatischen Vollblutmusiker Hans Torge, Ole und Frederick präsentieren in prickelnder Laune und mit vortrefflicher Eleganz ein knallbuntes Potpourri musikalisch-komödiantischer Leckerbissen. So mutiert das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker zum Kniebeugen-Fitnessrest auf drei Blasebalgen und Mozarts „Rondo alla Turca“ schwingt sich auf Vibraphon, Tuba und Gipsy-Gitarre in atemberaubendem Tempo zum rasselnden Säbeltanz empor. Völlig überraschend erscheint da Stargast Johnny Cash und singt zu knarrendem Banjo und Esslöffel-Rhythmus einen Country-Song für Susanne.

Apropos Frauen: Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt buhlen die drei ungleichen Brüder von Bidla Buh im Ghetto-Slang oder auf sächsisch um die Gunst der schönsten Dame aus der ersten Reihe und lassen einen heißblütigen Piazzolla-Tango in einem völlig neuen Gewand erscheinen. Ganz nebenbei wird dann noch das Geheimnis der Herkunft des Gruppennamens Bidla Buh gelüftet, während das australische Kammermusik-Ensemble Ah-Ze-De-Ze zu einem philosophischen Diskurs über die Sinnhaftigkeit einer Autobahnfahrt einlädt.

Nicolas Schmidt – Dem Herrn Schmied sein Tagebuch

Herr Schmied wandelt im Klassenzimmer am Rande des Wahnsinns. Als Lehrer wird er jeden Tag von Schülern, Kollegen, Vorgesetzten und Eltern in die Pflicht genommen. So sehr er auch versucht, diesem Overkill an zwischenmenschlichen, dienstlichen und organisatorischen Herausforderungen gerecht zu werden, am Ende muss er meist kapitulieren.  Aber in seinem Tagebuch hat Herr Schmied das Heft fest in der Hand. Hier schreibt er kleine Geschichten über seinen Job, seine Mutter, Gerechtigkeit, Terrorcamps und natürlich über die Liebe.

Oder er macht Musik. Da fühlt er sich in US-amerikanischem Singer/Songwriting, britischem Fingerpicking-Folk und deutscher Melancholie zu Hause.

Nicolas Schmidt ist tatsächlich bayerischer Beamter im Schuldienst und seit Jahren unter dem Pseudonym „Bybercap“ als Slam Poet aktiv. Sein YouTube-Video „Fly Like an Eagle“ avancierte mit über einer Million Klicks zum meistgesehenen deutschsprachigen Poetry-Slam-Clip.

Thomas Koch – Ernsthaft!

In seinem neuen Programm präsentiert Koch eine Mischung aus Stand-up-Comedy, Geschichten, Gedichten und Songs, die durch den schrägen und  treffsicheren Humor des bekennenden Dortmunders zu einem besonderen Erlebnis für sein Publikum werden.

„Ein Literaturabend mit dem gewissen Etwas … dabei rückt er in seinen Gedichten, Geschichten, Liedern und szenischen Darstellungen das Absurde ironisch in den Fokus … unterstreicht seine präzise Beobachtungsgabe wie sein ebensolches Sprachgefühl … ein Literat, Lyriker, Schauspieler und Liedermacher, der mit „Ernsthaft“ kritisch komisch ist.“ … meint die Presse.

„Koch ist ein feiner Beobachter, der seinen Gedichten, Geschichten und Charakteren mächtig Leben einhaucht. Wenn er über „Omma“, „Sir Weiwel“ oder „LKW-Fahrer Ulf“ fabuliert, dann geraten diese Figuren trotz aller Absurdität immer auch äußerst authentisch. Thematisch geht es dabei ausschließlich um die ganz großen Dinge: Liebe, Leben, Gott und Fußball.“ … meint der Buchkritiker.

 „Bei meinem Radiojob versuche ich die Welt zu erklären, auf der Bühne  muss die Welt dafür büßen!“ Mit dieser Haltung blickt Koch auf die Absurditäten, Abgründe und Ungereimtheiten des modernen Lebens.  Ob es um Frühförderungswahn, Gleichstellungsromatik oder Männerphantasien geht, wenn sich der Grimme- und Fernsehpreisträger diesen Themen widmet, gibt es viel Spaß und wenig Gnade!

Serhat Dogan – Danke Deutschland

Ein Türke zwischen Kebap und Käsekuchen

2004 kam Serhat Dogan nach Deutschland. Er hatte gehört: „Deutsche Frauen lieben weiche Eier.“ Und dass er selbst kein Macho ist, das war ihm immer klar. Bis er Sabine getroffen hat. Eine Sozialpädagogin. Seitdem ist Serhat verwirrt: „Bin ich ein weicher Macho oder ein harter Mittelspurblockierer?“ Er findet es gut, wenn man sich beim Sex Zeit lässt – aber nach einer Stunden Streicheln hat er Angst, dass die Haut dünn wird.

Mit staunendem Blick erlebt Serhat Dogan die kulturellen Unterschiede, z.B. im Fußballstadion: Die Deutschen Fans singen: „Schiri, wir wissen, wo dein Auto steht!“ Die Türkischen Fans singen: „Schiri, ich weiß, wo deine Mutter ist!“

Serhat wundert sich über die Friedfertigkeit der Deutschen: „Wow! Ich gehe über den Zebrastreifen, und das Auto hält! In der Türkei wäre ich jetzt im Krankenhaus.“ Als er einen Deutschen in der Disco aus Versehen anrempelt, gibt ihm der sogar noch ein Kölsch aus. Das macht Serhat nachdenklich: „Wie habt ihr denn zwei Weltkriege angefangen? Ich glaube, die fremden Länder haben Eure Autos zerkratzt.“

Auch ansonsten gibt es vieles, das ihn in Deutschland in Erstaunen versetzt: In Bayern spricht niemand Deutsch. Wenn man sich in München ein Glas Bier bestellt, bekommt man ein Aquarium. Und wenn man mit den Frauen vor dem Hauptbahnhof ins Bett will, muss man nicht erst ihre Eltern um Erlaubnis fragen.

Eher befremdlich allerdings findet er den Zeitungsverkäufer, der nur eine einzige Zeitung verkauft, und da steht „Erwachet“ drauf. Als dieser ihm allerdings erklärt, dass die Welt bald untergeht, findet Serhat sein Vorurteil bestätigt, dass die Deutschen an sich pessimistisch sind.

„Danke Deutschland“ – das sind rasante 90 Minuten Culture-Clash-Kabarett, in denen ein Gag den nächsten jagt, und Serhat Dogan zeigt, dass ein türkischer Macho-Tanz genauso gelungener Slapstick sein kann, wie das alberne Hüpfen eines besoffenen Deutschen auf Mallorca. Und am Ende sagt nicht nur die Kritikerin des Kölner StadtAnzeiger: „Danke, Serhat!“