Egersdörfer und Gymmick – machen es noch einmal


Zum Ende des letzten Jahrtausends hin sind der Egersdörfer und der Gymmick gern einmal in wollenen Strumpfhosen herum gelaufen und haben dabei vielen Menschen Geschichten über Nürnberg erzählt. In der Zeit hatte der Gymmick noch alle Finger an der Hand und der Egersdörfer relativ viele Haare auf dem Kopf. Seitdem ist einiges Wasser die Pegnitz hinabgeflossen. Egers und Gymmick sind auch gemeinsam ohne Text auf diverse Bühne hinaufgestiegen und haben dann doch über zwei Stunden Sachen gesagt. Gymmick hat gesungen und gezeichnet und Theater gespielt. Und der Egersdörfer hat erzählt und geschrieben und den Egersdörfer gespielt. Letztes Jahr hat einer gefragt: „Sehr geehrte Herren, wie schauts aus? Wollt ihr vielleicht mal in meinem Keller blödeln?“ Der Gymmick hat geantwortet: „Keller. Immer gut!“ Und der Egers hat gesagt: „Hobb edz`. Es hilft ja nix.“

Der Gymmick hat dort im Untergeschoss gesungen und Gitarre gespielt. Der Egi hat erzählt. Dann haben sie sogar einmal zusammen gesungen.
Als Vorgruppe ist auch noch der Ulfè aufgetreten. Das war fast ein wenig schlimm. Aber es ist dann so gewesen, dass der Gymmick und der Egi Egersdörfer gesagt haben: „Scheiß der Hund ins Feuerzeug. Das hat doch Spaß gemacht. Das können wir doch nochmal machen.“ Und jetzt ist es soweit. Egersdörfer und Gymmick machen es noch einmal.
Gymmick ist seit zig Jahren zurecht berühmt, was aber bisher leider kaum jemand mitbekommen hat. Er sang 9 Jahre bei den TON STEINE SCHERBEN und gewann 2022 zum zweiten Mal den deutschen Karikaturenpreis. Einmal hätte er fast auch noch einen anderen wichtigen Preis gewonnen. Er zeichnet jede Woche Cartoons für die Nürnberger Nachrichten, Nürnberger Zeitung und viele andere Zeitungen.

Matthias Egersdörfer ist Meisterschüler von Professor Peter Angermann. Er wurde u.a. ausgezeichnet mit dem Hamburger Comedypokal und dem Passauer Scharfrichterbeil. 2019 erscheint sein erster Roman und er kocht wirklich ausgezeichnet Spagetti Bolognese.

Martin Herrmann – Beckenbodengymnastik 2.0


Eine Schulung für Genießer

Wer auf dem Beckenboden der Tatsachen steht, muss sich biegen können. Gerade im Alter.
Manche Männer scheuen das Altern derart, dass sie nur noch vom A-Wort reden. Sie haben sogar die alt-Taste auf ihrer Tastatur überklebt. Sie glauben, das Altern klappt von alleine, ohne extra Ausbildung. Aber gerade beim Altern gibt es Qualitätsunterschiede. Herrmann schult zum älter werden mit Genuss, es ändert sich doch eh nichts. Man sieht die Welt jetzt einfach durch die rosarote Gleitsichtbrille. Ein geübter Beckenboden erhöht den Lustfaktor auch für Männer und bekämpft damit die Altersarmut, weil er das teure Viagra ersetzt.
Hält uns die Ehe frisch oder macht sie bloß zusammen alt? Man nennt unverheiratete Männer Junggesellen. Dafür sehen die aber oft alt aus. Wann kommen die Juggesell-Innen-Diversen Abschiede? Und geraten die genauso bescheuert? Wann kommt der Abschied von diesen Abschieden? Ist Wiedergeburt überhaupt wünschenswert? Wenn uns ein Leben nach dem Tod erwartet, wie tritt man in dieses ein: als der zerfallene Greis, der man soeben noch ist oder als pubertäre Hormonbombe zum ewigen Junggesellenabschied? Religionen mit Wiedergeburt sind im Klimawandel benachteiligt wegen steigender Ungerechtigkeit. Wer wegen schlechtem Karma als Frosch zurückkommt und alles ist Wüste, wird der nicht doppelt bestraft?
Herrmann pocht auf Altersgerechtigkeit. Wann kommt die Männer-Quote bei der Faltenbildung? Wo liegen die Unterschiede im Reifungsprozess? Sind Frauen die mutigeren Alterer?
Dabei ist Altern etwas Schönes, es klappt von alleine und jeder kann es, sogar ohne extra Ausbildung.
Herrmanns Vortragsweise ist wie immer eine Mischung aus Comedy und Kabarett, Liedform und gesprochenem Text, hochkomisch und hintersinnig. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern beim Reifen betrachtet Herrmann mit dem Blick des Menschenfreundes, des Biologen, des Soziologen und des einfachen Mannes. Sind Freudsche Verleser hinsichtlich des Alterns erlaubt? Z.B. stand da soeben hinsichtlich, aber man liest hinsiechlich. Und soll man zwanghaft Junggebliebene belächeln oder bedauern? Herrmann macht Mut. Hinterher schreckt man auch vor der Apothekenumschau nicht mehr zurück. Oder vor dem Warmbadetag.

Martin Zingsheim – irgendwas mach ich falsch


Ob Politik oder Erziehung, ob beruflich oder privat: Ständig soll man kompetent
abliefern, alles auf die Kette kriegen und bloß keine Schwäche zeigen. Dabei kapiert
man zwischen Informationsflut, Achtsamkeitsseminar und Klimawandel in Wahrheit
kaum noch etwas. Martin Zingsheim spielt das Spiel nun nicht mehr mit und bekennt
feierlich: irgendwas mach ich falsch.
Immerhin entsteht auf diesem Wege ein sprachlich gewitztes, unterhaltsam
tiefgründiges und herrlich verrücktes Kabarettprogramm mit einer Prise mitreißender
Musik. Live und analog im Theater Ihres Vertrauens. Versprochen, da machen Sie nix
falsch mit!
www.zingsheim.com

Foto ©DAvid Jerusalem