Renneisen – Krach im Hause Mozart


Krach im Hause Mozart

von Brigitte Kramer

Walter Renneisen und sein Sohn Mathias unterhalten beim Salonkonzert mit einem ungewöhnlichen Brieftheater

Einen Vater-Sohn-Konflikt der besonderen Art interpretierten Walter Renneisen und sein Sohn im Rahmen der „Mendelssohn Tagen der Musik”. Diesmal übrigens in ungewohntem Ambiente.

Bad Soden. „Ich will alles beantwortet haben”, fordert Leopold Mozart von seinem Sohn Wolfgang. Mit keinem Wort habe er gesagt, wohin seine Reise gehen wird. Reisen kostet viel Geld, mahnt er den 21jährigen, der am 30. Oktober 1777 mit seiner Mutter aus Salzburg über Wasserburg, München, Augsburg in Mannheim angekommen ist. Nach Paris sollte Wolfgang gehen, rät der Vater, dort könne er Geld verdienen. Doch der Sohn widerspricht. Froh, dem väterlichen Zwang entkommen zu sein: „Die Zeiten sind vorbei”. In Paris könne man nur zu Geld kommen, wenn man Klavierschüler unterrichte. „Dazu bin ich nicht geboren — ich bin Komponist”, schreibt er.

Nicht gerade zimperlich ging es im Hause Mozart zu. Die Auseinandersetzungen zwischen Vater und Sohn unterscheiden sich kaum von denen in anderen Elternhäusern. Nur, dass der Vater ein nicht unbekannter Komponist und Sohn Wolfgang ein Genie war. So hat der Briefwechsel vor 240 Jahren zwischen den beiden Männern Berühmtheit erlangt. Schauspieler Walter Renneisen und Sohn Mathias erweckten die Dialoge mit Verve zum Leben. Pianistin Ekaterina Kitáeva gelang es, mit ihrem virtuosen Spiel das „Brieftheater” mit Werken von Leopold und Wolfgang Amadeus Mozart herauszuarbeiten.

Mobile’s Matinee

Achtung! Der Termin findet gegenüber im Cafe Piano statt (Obertor 6)

Dr. Helmut Roth, ein Doktor der Gesundheitsprophylaxe , denn Lachen hält gesund Wortwitz hochkonzentriert, versetzt mit Sprachpoesie gut ausbalanciert ist die beste Medizin, die am besten kuriert! Auch Kalauer Therapie verfehlt die erheiternde Wirkung nie! Ein wenig Nonsens in großer Dosis raffiniertem Humor und federleichter Sprachspielbalance. Da schlägt das Gemüt Kapriolen und der Geist rot(h)iert! Roth liest Roth, mal Helmut , mal Eugen. Das Menschliche im Allgemeinen und Speziellen wird der Doktor in frech frivolem Reim augenzwinkernd uns erhellen, Lachen Sie sich ein Quäntchen Lebensweisheit an!

Ingrid Noll – Hallali

Ingrid Noll – die Grand Dame des deutschen Krimis – liest aus ihrem im Herbst erscheinenden neuen Werk “Halali”.
Aber lesen können wir eigentlich selber…viel interessanter ist noch, die beliebteste deutschsprachige Krimiautorin einmal persönlich kennen zu lernen und zu fragen, was einen schon immer mal interessiert hat.…oder ein Buch zu erstehen, was man sich von ihr signieren lässt.
So wird der Abend zur Hälfte aus einer Lesung bestehen und zur anderen Hälfte aus einer Talkshow – mit Ihren Fragen an unseren Gast.

Stefan Gurtner – Lesung zu Bolivien-Projekt

Das Kinder- und Jugendprojekt „Tres Soles“

– Alles nur Theater…? –

Zugegebenermaßen ein seltsamer Titel für die Veranstaltung mit dem in Bolivien lebenden Schriftsteller Stefan Gurtner, der zum wiederholten Male auf Europatournee zugunsten seines Projekts ist und die Antwort auf diese Frage muss in der Tat heißen: Ja, alles ist Theater!

 Als Freiwilliger in einer Armenküche in Bolivien gelandet, lässt ihn die Not der Straßenkinder nicht mehr los – und die Kinder ihn nicht. Wie aber kann man jemandem Bildung, Strukturen, Eigenverantwortung vermitteln, dessen Seele zerstört ist? Der heutige Schriftsteller, Erzieher, Theaterregisseur und Schauspieler machte sich auf die Suche nach alternativen Erziehungsmethoden und stieß auf das „Pädagogische Theater!

 Stefan Gurtner liest aus seinem Buch „Das Kinder- und Jugendprojekt ‚Tres Soles‘“. Anhand einer Bildpräsentation stellt er zunächst das Projekt vor, um sich dann dem eigentlichen Thema, dem „Pädagogischen Theater“, zuzuwenden, eine der Hauptaktivitäten im Projekt und für ihn eine Herzensangelegenheit. Er begreift diese Arbeit als Mittel zur Vergangenheitsbewältigung und Charakterbildung. Es ist spannend zu erleben, wie selbst Kinder in der Lage sind, gemeinsam ein Theaterprojekt zu entwickeln: von der Idee, Planung, Schreiben des Drehbuchs, Anfertigen der Requisiten bis hin zur Aufführung. Ein Kurzfilm über die Theaterarbeit rundet den Abend ab.

Wer Stefan Gurtner bereits erlebt hat, weiß seine lebensnahen, bisweilen humorvollen Schilderungen zu schätzen – trotz oder gerade wegen des Gewalt besetzten Themas.